Zum Namen
Name: „Thisbe“ — nach Thisbe aus dem antiken Mythos „Pyramus und Thisbe“ (Ovid, Metamorphosen, Buch IV), der tragischen Geschichte zweier Liebender aus Babylon, die Shakespeares „Romeo und Julia“ vorwegnahm. Pemberton gab allen seinen Hybrid Musks poetische, literarische Namen: Pax (Frieden), Penelope, Moonlight, Felicia, Daphne, Cornelia, Thisbe — jede eine „kleine Heldin“ aus der klassischen oder britischen Kultur.
Züchtung: Von Rev. Joseph Hardwick Pemberton (Großbritannien) gezüchtet. Vorgestellt 1918. Abstammung: 'Marie-Jeanne' × 'Perle des Jardins' (laut HMF). Pemberton war ein anglikanischer Priester, der als Hobby mit 60 Jahren begann, Rosen zu züchten. In 12 Jahren (1912–1924) schuf er eine ganz neue Klasse, die „Hybrid Musk“, die vor ihm formal nicht existiert hatte. Thisbe war eines seiner letzten Werke vor seinem Tod (1926).
Bedeutung: Die Familie der Pemberton-Hybrid-Musk-Rosen ist die Grundlage moderner gesunder Hybrid-Musk-Rosen: Pax, Penelope, Moonlight, Felicia, Daphne, Cornelia, Thisbe. Die Pemberton-Bentall-Linie: Nach Pembertons Tod wurde die Klasse von Ann Bentall weiterentwickelt (dieselbe Frau, die 1932 'The Fairy' schuf!), sodass Thisbe und The Fairy durch eine Zuchtlinie verbunden sind. Die „Springbrunnen“-Form des Strauches wurde von Sally Holmes von Ballerina geerbt (einer weiteren Pemberton-Hybrid-Musk-Rose). Der kräftige Moschusduft ist derselbe wie bei R. moschata, von der die ganze Klasse abstammt. Der literarische Name Thisbe macht sie ideal für „literarische“ Ecken des Gartens. Es gibt keine großen internationalen Auszeichnungen (ADR, AARS, RHS AGM, WFRS HoF) — damals gab es keine Tradition, Pemberton-Hybrid-Musk-Rosen auszuzeichnen. Thisbe wird vor allem wegen ihrer historischen und züchterischen Bedeutung geschätzt.








