Zum Namen
Name: 'Wartburg', nach der Wartburg in Thüringen (Eisenach, Deutschland). Eine der bekanntesten Burgen Europas, erbaut 1067; sie wurde 1999 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. In den Jahren 1521–1522 versteckte sich Martin Luther nach dem Wormser Edikt auf der Wartburg vor der Verfolgung und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche, was die Grundlagen der modernen deutschen Schriftsprache legte. Eine poetische Hommage an eines der Symbole der deutschen Kultur.
Züchtung: Gezüchtet von Hermann Kiese (Deutschland). Eingeführt 1910. Abstammung: Sämling von 'Tausendschön' (Schmidt 1906). Kommerzielles Synonym: 'Ola Fiskare'.
Bedeutung: Ein klassischer deutscher Rambler der 1910er Jahre, aus der Zeit von 'Tausendschön' und 'Veilchenblau' (1906–1909), als deutsche Züchter aktiv Multiflora-Rambler entwickelten. Nahezu dornenlos, eine Seltenheit unter den Ramblern; diese wichtige Eigenschaft wurde von 'Tausendschön' geerbt. Gekräuselte Blütenblätter sind ein charakteristisches dekoratives Merkmal. USDA 4b: ganze Ukraine ohne Deckung. Verträgt Halbschatten, eine Seltenheit bei Rosen. Ein „lebendes Fenster“ in die Zeit Luthers und der Reformation: eine Rose als kulturelle Brücke zu den 1500er Jahren. Einmalblühend, typisch für Multiflora-Rambler jener Zeit (Öfterblüte kam später). Häufig fälschlich Geschwind zugeschrieben; der wahre Züchter ist Hermann Kiese. Keine bedeutenden internationalen Auszeichnungen; Wartburg wird vor allem als historische Sammlungs-Rambler geschätzt.








