Zum Namen
Name: Die Sorte ist Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) gewidmet, dem größten deutschen Dichter, Dramatiker und Prosaautor der Aufklärung und Romantik; Verfasser von 'Faust', 'Die Leiden des jungen Werthers' und 'Wilhelm Meister'. Goethe war auch Naturforscher und Botaniker – er schrieb die wissenschaftliche Arbeit 'Die Metamorphose der Pflanzen' (1790), die das Verständnis des Blütenbaus in der europäischen Botanik beeinflusste. Deshalb ist diese Widmung besonders passend.
Züchtung: Gezüchtet von Peter Lambert in Trier, Deutschland, 1911. Lambert gehörte in der frühen Zeit des XX. Jahrhunderts zu den führenden Züchtern deutscher Rosen; seine bekannteste Sorte ist 'Frau Karl Druschki' (1901), die legendäre weiße Hybrid-Remontantrose, die zum Vorbild der „weißen Rosen“ im XX. Jahrhundert wurde. Lambert schuf auch Hybrid Musks (Lambertianas), die Vorläufer der Hybrid Musks von Pemberton. Abstammung Goethes: Rosa multiflora × unbekannt. Eine Hybride zwischen traditionellen Moosrosen (mit den charakteristischen Moosborsten an den Kelchblättern) und Multiflora (mit kleinen Blüten in Büscheln) – eine seltene Kombination.
Bedeutung: Ein Versuchswerk von Lambert an der Grenze zweier Klassen – Moss (Moos) × Multiflora. Es entstand eine ungewöhnliche Kombination: Moosigkeit (drüsige Borsten an den Kelchblättern) + Büschelblüte (Multiflora-Herkunft) + außergewöhnliche Winterhärte (bis −37 °C) + Triploidie (meist steril, bildet keine Samen und muss vegetativ vermehrt werden). Heute ist die Sorte eine seltene Sammlerkuriosität, was einen auffälligen Kontrast veranschaulicht: ein klassischer deutscher „literarischer“ Name (Goethe – ein Symbol der hohen Kultur) auf einer experimentellen Hybridpflanze (ein wissenschaftliches Werk an der Grenze der Klassen). In den ukrainischen Sammlungen ist sie praktisch nicht vertreten – man muss sie in europäischen Fachbaumschulen für alte Rosen suchen.








